25.05.2016

St. Franziska-Stift erste „Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik“ in Rheinland-Pfalz

Als erste Gesundheitseinrichtung in Rheinland-Pfalz und fünfte Rehabilitationsklinik im Bundesgebiet hat das St. Franziska-Stift in Bad Kreuznach die Auszeichnung zur „Selbsthilfefreundlichen Rehaklinik“ am 11.5.2016 erhalten.

 „Seit über 20 Jahren fördert die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Mainz des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gemeinsam mit dem St. Franziska-Stift den Ausbau und die Entfaltung von Selbsthilfegruppen im Kreis Bad Kreuznach“, begrüßte der kommissarische Chefarzt der Fachklinik, Dr. Thomas Wilde, die etwa 100 Gäste zur Tagung und dem anschließenden Festakt.


Eleonore Anton, Selbsthilfegruppenbeauftragte der Klinik und Initiatorin des Konzeptes „Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal“, hob in ihrer Moderation hervor, dass das St. Franziska-Stift die Arbeit von zur Zeit 12 Selbsthilfegruppen in der Klinik begleitet und diese Kooperation sehr schätzt.
Landrat Franz-Josef Diel bestätigte in seinem Grußwort die Bedeutung, die eine solche Auszeichnung der Klinik für die Stadt und den Landkreis hat. Mit ihrem Engagement trage die Klinik dazu bei, die Selbsthilfegruppen im Gesundheitswesen zu etablieren. Die Arbeit in den Selbsthilfegruppen wird von vielen ehrenamtlichen Menschen getragen, dieses Engagement wurde von Diel besonders gewürdigt.


Ralf Weisenburger, Deutsche Rentenversicherung Rheinland Pfalz, Speyer, betonte die durchgehende Bereitschaft der Klinik innovative Projekte anzustoßen und in enger Zusammenarbeit mit der Rentenversicherung diese auch umzusetzen. Dass die Rehabilitanden schon während ihres Klinikaufenthaltes an Selbsthilfegruppen teilnehmen können sei eine gute Vorbereitung auf die Nachsorge am Heimatort.
In den Grußworten wurde eine große Anerkennung für diese intensive Kooperation gegenüber allen Beteiligten ausgedrückt.


Elfi-Gül Hollweck, Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Mainz und Anke van den Bosch, Selbsthilfe-Büro Mülheim a .d. Ruhr, DPWV NRW sowie die Vertreter der Selbsthilfegruppen und Mitarbeiter des St. Franziska-Stiftes aus dem Qualitätszirkel Selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik stellten den Weg zur Auszeichnung mit allen erforderlichen Qualitätskriterien vor. Die Beteiligten konnten aus ihrer Erfahrung positive Veränderungen konkret aufzeigen.
Stimmen der Teilnehmer „Die Auszeichnung motiviert für die weitere Arbeit“, „Toll, dass hier engagierte Personen zu Wort kommen“, „Wir möchten die Bedeutung der Selbsthilfe in der breiten Öffentlichkeit weiter verbessern“


Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Heinz Rüddel war der Wegbereiter. Als er vor über 20 Jahren als damaliger und langjähriger Chefarzt die Selbsthilfegruppen in die Klinik holte. Damals noch eine absolute Ausnahme wusste er schon, dass in der Zusammenarbeit und in dem Austausch zwischen Selbsthilfegruppen, Therapeuten
und Rehabilitanden eine große Chance für den Reha-Prozess liegt. So war es den
Veranstaltern eine große Ehre, dass er zu dem besonderen Anlass der
Auszeichnung dabei war. Sein Thema „Selbsthilfe - ein Partnerschaftsmodell wird
gelebt“ traf auf offene Ohren und große Zustimmung.


Susanne Weyand, Dipl.-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin im St.
Franziska-Stift stellte in ihrem Vortrag die „Ergebnisse auf dem Weg zur
Selbsthilfefreundlichen Reha-Klinik“ aus einer Studie der Klinik vor.
Um die Entwicklung des Wissenstandes über Möglichkeiten einer Zusammenarbeit
zwischen Reha-Klinik, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstelle zu
dokumentieren, wurden die Mitarbeiter zu zwei Zeitpunkten schriftlich befragt. Hierbei
wurden deutliche Verbesserungen messbar.


Von der großen Resonanz zur Veranstaltung und der Umsetzung der Qualitätsziele
im St. Franziska-Stift beeindruckt zeigte sich auch Antje Liesener,
Netzwerkkoordinatorin des Netzwerkes Selbsthilfefreundlichkeit und
Patientenorientierung im Gesundheitswesen „Die Öffentlichkeit, die Sie herstellen,
dient unmittelbar als Türöffner für Selbsthilfegruppen“, anerkannte Liesener. Wie
groß die Bedeutung des Themas Selbsthilfe ist, wurde an vielen Beispielen deutlich
wie z.B. daran, dass in Deutschland ca. 3,5 Mio. Engagierte in ca. 100.000
Selbsthilfegruppen zusammenkommen und dass die Selbsthilfegruppe zu einem
hohen Prozentsatz dabei „hilft mit der Krankheit lernen umzugehen“ steht an erster
Stelle.


In der Zusammenstellung und im Verlauf des Programms konnten die Teilnehmer
eines ganz deutlich wahrnehmen: „ein Miteinander auf Augenhöhe“ wird in vollem
Umfang gelebt. Alle am Prozess Beteiligten: Klinikmitarbeiter, Selbsthilfegruppenvertreter
und die Kontakt und Informationsstelle Mainz und Bad Kreuznach
bestätigten diese Aussage.


Die Klinik entwickelte die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen in den letzten
2 Jahren stetig weiter und gestaltete sie verlässlich.
Tagung und Festakt bildeten einen angemessenen Rahmen, um die Auszeichnung
zur "Selbsthilfefreundlichen Rehabilitationsklinik" als erste Klinik in Rheinland-Pfalz
und fünfte Reha-Klinik bundesweit mit allen Beteiligten und den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern festlich zu begehen.
Die KISS Mainz/DPWV, die Vertreter der Selbsthilfegruppen und das St. Franziska-
Stift waren über den Verlauf der Veranstaltung überaus erfreut und konnten den
erfolgreichen Weg ausgiebig feiern.


19.05.2016, Bad Kreuznach


Eleonore Anton
Selbsthilfegruppenbeauftragte