Chronische Schmerzerkrankungen

Chronische Schmerzen sind sehr häufige Beschwerden in der Allgemeinbevölkerung. Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn diese anhaltend oder wiederkehrend über lange Zeiträume (mindestens 3 – 6 Monate und mehr) bestehen. In vielen Fällen geht die Stärke der Schmerzen deutlich über das Maß einer feststellbaren körperlichen Schädigung hinaus oder eine (mit den üblichen Methoden medizinischer Untersuchungen feststellbare) körperliche Veränderung ist gar nicht (mehr) vorhanden. Manche Patienten haben dann das Gefühl, dass Ärzte ihre Beschwerden bezweifeln oder dass sie als Simulanten abgestempelt werden.

Während akute Schmerzen ein wichtiges Warnsignal des Körpers darstellen, haben chronische Schmerzen diese Funktion weitgehend verloren, sie werden zu einem eigenständigen Problem. Im weiteren Verlauf führen Schmerzerkrankungen häufig zu Schlafstörungen, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Krankengymnastik, Massagen, Schmerzmedikamente oder Operationen helfen hier kaum oder nur kurzfristig. Die Nebenwirkungen der Therapien werden manchmal selber zum Problem. Manche Patienten mit chronischen Schmerzen befürchten, dass Ärzte die Ursache ihrer Schmerzen noch nicht erkannt haben und suchen in der Hoffnung auf Aufklärung immer wieder neue Ärzte auf, bis die Enttäuschungen über unfruchtbare Diagnostik und Therapie zu Resignation und Verzweiflung führen.

Gleichzeitig führen chronische Schmerzen zu vielfältigen psychischen und sozialen Belastungen am Arbeitsplatz und im Privatleben. Umgekehrt führen psychosoziale Probleme häufig zu chronischen Schmerzen. Dies können Kopf-, Gliederoder Rückenschmerzen sein. Betroffene Patienten berichten auch über einen Ganzkörperschmerz in den Muskeln, Gelenken und Sehnenansätzen. Patienten mit chronischen Schmerzen bilden sich ihre Schmerzen nicht ein! Im zentralen Nervensystem wird eine Schmerzempfindung häufig auch ohne eine Gewebsschädigung ausgelöst oder aufrechterhalten. Oft spielen lebenslange oder biografische Belastungen und Konflikte, die auch unbewusst und verborgen sein können, hierbei eine Rolle. Daher ist es sowohl wichtig Einblicke in die Prozesse der Schmerzverarbeitung zu erhalten als auch biographische und psychosoziale Belastungen gezielt psychotherapeutisch zu bearbeiten.

 

Chronische Schmerzen - modernes verhaltenstherapeutisches Behandlungskonzept